Abschlussübung Flughafenbahntunnel

Am 27. September 2025 nahmen wir an der abschließenden Großübung im ÖBB-Flughafentunnel teil – dem letzten Schritt vor Beginn des Güterverkehrs im Oktober. Für uns war dies der formelle Übergang in unsere neue Rolle als Tunnelportalfeuerwehr, die ab 1. Oktober ständige Alarmbereitschaft für den Flughafentunnel sicherstellt.

Übungsszenario

Geübt wurde ein Brand in einem Personenzug mit 49 Verletzten. Neben der Brandbekämpfung standen die Rettung von eingeschlossenen Personen und die Koordination mit Rotem Kreuz, Polizei, ÖBB und weiteren Organisationen im Vordergrund. Insgesamt wirkten rund 470 Personen an dieser Übung mit.

Unsere Kräfte stellten am Südportal die Abschnittseinsatzleitung und drangen laut Alarmplan als Sperrspitze über den das Fluchtstiegenhaus NA3 in den Tunnel vor. Unsere Feuerwehr stellt hier mit KRFS-T und dem HLF3-Tunnel (RLF wird nachgerüstet) die Trupps Erkundung (1:1) und Löschen (1:7).

Nach der erfolgreichen Erkundung an der Abströmseite, wurde im verrauchten Tunnel der Löschangriff zur Strukturkühlung vorgenommen. Es waren dabei 3 C-Strahlrohre im Einsatz, wobei nach ca. 15 Minuten Brand aus gegeben werden konnte. Nachdem der Luftvorrat der Kräfte vom Nordportal zu Neige ging, besetzten wir deren Strahlrohr zur Eigensicherung und gingen zur Menschenrettung im Zug über. Gemeinsam mit dem mittlerweile angerückten Kräften „Suchen & Retten“ vom Südportal (1:5) rückten wir in den Zug vor und retteten noch die letzten 6 Personen aus dem Schienenfahrzeug.

Nach rund 90 Minuten mit Langzeitpressluftatmer am Rücken und 70-80 Minuten umluftunabhängiger Einsatzzeit verließen wir als letzte Kräfte den abgesuchten und mittlerweile rauchfreien Tunnel. Die enorme körperliche Anstrengung machte sich erst im Freien bemerkbar, wobei bei unserem 10 eingesetzen Atemschutzgeräteträgern die Freude über die äußerst erfolgreich Übung überwogen hatte.

Versorgung

Gemeinsam mit dem Versorgungszug des Bereichsfeuerwehrverbandes Graz-Umgebung sorgten wir im Anschluss an die Übung für die Verpflegung der Einsatzkräfte. Am Südportal bot sich außerdem die Gelegenheit zu einer ausführlichen Nachbesprechung. Unsere Feuerwehrjugend war dabei ebenfalls eingebunden und erhielt so die Möglichkeit, eine Großübung zumindest am Rande mitzuerleben.

Fazit

Die Übung markierte für uns den Abschluss einer mehrjährigen Vorbereitungsphase. Mit dem Start des Güterverkehrs im Oktober und dem Personenverkehr ab Dezember – mit bis zu 1000 Fahrgästen pro Zug – übernehmen wir als Freiwillige Feuerwehr eine dauerhafte Verantwortung für den Flughafentunnel. Dieses Engagement erbringen wir ehrenamtlich und damit als Teil eines wesentlich größeren Infrastrukturprojekts. Unser Ziel ist es, dass Fahrgäste die Abläufe, auf die wir uns vorbereitet haben, niemals erleben müssen. Sollte es dennoch zu einem Ernstfall kommen, stehen wir mit fundierter Ausbildung und spezieller Ausrüstung bereit.